E+ SLE Teambuilding Training for Teachers - August 2023 Florence


Tag 0 - Anreise 

Am Samstag, dem 19.08.2023 begannen unseren Trip nach Florenz zur TeacherSchool. 

Wir trafen uns gegen 21:45 Uhr am Bahnhof in Knittelfeld und waren schon gespannt, was uns in den nächsten Tagen für neue Eindrücke erwarten werden. Als der Zug ankam, stiegen wir voller Freude ein, da nun unser Team komplett war. Eine Kollegin war schon etwas früher in den Zug zugestiegen. Wir verbrachten die erste Nacht gemeinsam in einem 6er-Liegeabteil und hatten die Gelegenheit viele interessante Gespräche zu führen. Gegen 06:00 Uhr früh kamen wir dann am Bahnhof in Bologna an und mussten noch etwas auf den Highspeed-Anschlusszug warten, der uns mit unglaublichen 299 km/h nach Florenz brachte. 

Dort angekommen marschierten wir vom Bahnhof Richtung Arno und der ponte vecchio. Alle Geschäfte waren noch geschlossen und somit konnten wir die berühmte Brücke in Ruhe genießen und die sich im Arno spiegelnde Sonne bewundern. 

Anschließend gingen wir über die Uffizien und den Palazzo vecchio in Richtung des Florenzer Doms. Dort nahmen wir unseren ersten italienischen Kaffee in einem kleinen Bistro ein und konnten dabei den Ausblick auf den Dom und die sich langsam füllenden Straßen und Gassen genießen. 

Etwas gestärkt machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Erkundungstour durch die Innenstadt. Einige kleine Eckpunkte waren die Piazza della signorina, Piazza della repubblica und die Fontana del porcellino, ein Brunnen in Gestalt eines Ebers, der Glück bringen kann. Nach einem kleinen Mittagessen marschierten wir gestärkt weiter zur Kirche Santa croce. Hier konnten wir die Grabstätten von Galileo Galilei, Michelangelo und einiger weiterer Berühmtheiten sehen. Anschließend kamen wir durch das angrenzende Kloster wieder auf die Piazza Santa croce. 

Dann konnten wir endliche unsere Unterkunft beziehen, uns etwas entspannen und auf das erste italienische Abendessen, das Cena, einstellen. Müde, gut gelaunt und voller Neugier auf den nächsten Tag begannen wir unsere Nachtruhe. 

Tag

Am Montag nahm die Delegation des BRG Judenburg erstmals am Kurs „Team Building for School: Play and Fun, Building Educators’ Communities“ teil. Nach einer kurzen Vorstellung des Institutes Europass – Teacher Academy und der Kursleiterin Roberta Begliomini erfolgte eine Vermittlung der Kursinhalte. Wenig später nahmen wir selbst aktiv an Icebreaker Activities teil. Dabei lernten wir weitere TeilnehmerInnen aus Europa, unter anderem aus Kroatien, Slowenien, Estland, Albanien, Deutschland und Spanien, kennen. 

In Kleingruppen wurden in Folge die Schulen bzw. Bildungseinrichtungen, die die KursteilnehmerInnen repräsentierten, vorgestellt. Dabei konnten wir uns nicht nur Wissen über das Bildungssystem in den jeweiligen Ländern aneignen, sondern auch unsere kulturellen Kenntnisse erweitern.  

Der Vormittag wurde auch dazu genutzt, um die Frage, wodurch sich ein Team von einer Gruppe unterscheidet, zu beantworten. Der Fokus lag dabei vor allem auf dem Team von LehrerInnen und dem Personal in der Schule. Unterschiedliche Aktivitäten führten zur Erkenntnis, dass eine Gruppe im Gegensatz zu einem Team zwar Arbeiten koordiniert, jedoch kein gemeinsames Ziel vor Augen hat.  

In Kleingruppen wurden mit Hilfe von Lego-Bausteinen wenig später Probleme, die innerhalb eines Teams auftreten können, dargestellt. Nach einer kurzen Interpretation erfolgte eine Präsentation durch die Teams bzw. eine Reflexion durch die TeilnehmerInnen. Einige Lösungsansätze für vorhandene Probleme konnten gefunden werden.  

Den Abschluss des Vormittages bildete die Besprechung des ersten Bausteines, welcher ein Fundament eines guten Teams ist. Gegenseitiger Respekt bzw. eine positive Disziplin wurden anhand von Filmsequenzen aus den Filmen „Coach Carter“ bzw. dem Animationsfilm „The Power of Teamwork“ verdeutlicht.  

Roberta Begliomini beendete den Kurs mit einer kurzen Präsentation von Aktivitäten, die wir am Nachmittag in und rund um Florenz durchführen konnten. Der Weg führte uns wenig später zum Piazzale Michelangelo, von wo wir eine wunderbare Aussicht auf die Stadt Florenz genießen konnten. 

Tag 2

"Einfühlungsvermögen" und "Toleranz" (Empathy and Tolerance)

Das Thema dieses Tages war "Empathie und Toleranz" - was bedeutet das, was ist wichtig für sie, in welchen Situationen ist Empathie gegeben, damit Toleranz gesehen werden kann, ...

Zu Beginn starteten wir mit einer kurzen Fragerunde, die zu unseren Gefühlen und unseren Äußerungen von Florence und der Gruppe gehören. Dazu wurde jeder auf eine ruhige, sehr freundliche und einfühlsame Weise von Roberta, unserer Kursleiterin, befragt. So war es für alle sehr einfach zu antworten - vor allem dann, wenn man die Vokabeln auf Englisch suchte. Das war ein erstes Kennenlernen, was Empathie bedeutet. 

Danach machte die Gruppe gemeinsam ein Brainstorming am Whiteboard zum Begriff "Toleranz". Bei diesem Teil der Arbeit konnte man erkennen, dass es nicht einfach ist, diesen Begriff zu definieren, da jeder von uns seine eigene Wahrnehmung hat und es deshalb wichtig ist, darüber zu sprechen und seinen Standpunkt zu erklären. 

Der nächste Teil war das Ausmalen des Bildes von Michelangelo "Tondo doni" - zwei Personen mussten zusammen arbeiten und sprechen und jeder musste aufhören zu malen, wenn der andere aufhörte zu malen oder den Farbstift wechseln musste. Deshalb musste man sich gegenüber seinem Partner ruhig verhalten und einfühlsam sein.

Nach einer kurzen Kaffeepause sahen wir die Kurzdokumentation "Denn wer ist schon perfekt?" Dieser Film berichtete über ein Projekt in einem deutschen Modehaus, bei dem die Verantwortlichen versuchten, die Kleidung an Schaufensterpuppen zu zeigen, die nicht "normal" waren, sondern den Körper von Menschen hatten, die behindert sind. Sehr interessant und diskussionswürdig war die Tatsache, wie sich die Behinderten mit ihren Puppen fühlten, und auch die Reaktion der Passanten.Ein weiterer Input für Empathie und Toleranz war das Gedicht von William Ernest Henley "Invictus", besonders die letzten beiden Zeilen " ... Ich bin der Herr meines Schicksals, ich bin der Kapitän meiner Seele."Das letzte Beispiel für Empathie und Toleranz war ein Ausschnitt aus einem Film über Nelson Mandela und seine Ansichten über Führung und den Umgang mit Menschen und seine Empathie und Toleranz. 

Die letzte Aktivität war eine Diskussion über unser Verhalten gegenüber anderen Menschen in der Schule und im Privatleben.

Am späteren Nachmittag unternahmen sieben aus unserer Gruppe - extra für das Teambuilding mit einigen aus dem Kurs - eine tolle und lustige Kajaktour auf dem Arno, was ein wunderbarer Abschluss dieses 2. Tages und des Themas "Empathie und Toleranz" war.

 

Tag 3

Führung und Motivierende Gesprächsführung  (Leadership and Motivational Interviewing

Als wir uns am Mittwochmorgen in der Klasse trafen, konnte man noch den Fluss und die Energie der Kajaktour spüren. Solche Aktivitäten, bei denen man zusammenkommt und als Gruppe Erfahrungen sammelt, sind wichtig, um sich besser kennenzulernen und etwas mit anderen zu teilen. 

Außerdem hat man ein Gesprächsthema, das mit einer positiven Erinnerung verbunden ist. 

Nachdem wir uns einige Bilder von der Tour angeschaut hatten, bearbeiteten wir in Vierergruppen die Frage "Was sind die vier wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft". Um die Ergebnisse zu vergleichen, schrieb der "Leiter" jeder Gruppe die Schlüsselwörter an die Tafel. Einige der Schlüsselwörter waren zum Beispiel "einfühlsam", "gut organisiert" und "verantwortungsbewusst". Für Nelson Mandela ist "der Triumph der Liebe über Hass und Angst" das Herzstück seiner Führung, und die wichtigsten Komponenten sind Güte, Mitgefühl, Freude und Gleichmut. (vgl. Stephanie Denning (2018), "The Key To Nelson Mandela's Leadership") 

Während wir den zitierten Artikel in den drei Gruppen lasen und zusammenfassten, legte Roberta etwas Hintergrundmusik auf. Am Tag zuvor hatte sich jeder von uns ein inspirierendes Lied ausgesucht und sie spielte die Lieder ab. 

Bei der nächsten Übung ging es um passive, aggressive und durchsetzungsfähige Kommunikation. Wir bekamen vier verschiedene Szenarien, auf die wir Reaktionen finden mussten, wie die betroffene Person passiv, aggressiv oder durchsetzungsfähig reagieren könnte.

Das letzte Thema des Tages war das Motivational Interviewing (MI). Dabei handelt es sich um eine Befragungsmethode, die "häufig als evidenzbasierter Ansatz zur Verhaltensänderung empfohlen wird".(https://motivationalinterviewing.org/understanding-motivational-interviewing) Nach einem theoretischen Input gingen wir in ein Café, von dem aus wir einen tollen Blick auf die Kuppel von Florenz hatten.Um zu üben, mussten wir uns entweder für die herausfordernde Situation des Leiters unserer Gruppe oder für die von Roby entscheiden. Alle drei Gruppen entschieden sich für Robys Situation, bei der es um die Veränderung einer Sprache und die Tatsache ging, dass die Politik sie auf manipulative Weise verwendet.Unsere Aufgabe war es, Fragen zu finden, die wir ihr am nächsten Tag stellen konnten, was gar nicht so einfach war: Wir mussten in verschiedene Richtungen denken, weil wir die Antworten nicht sofort bekamen.Das Denken in Eventualitäten war äußerst interessant, weil wir uns vorstellen mussten, was in Robys Kopf (oder Herz) vor sich ging.Außerdem war es eine Herausforderung, Fragen zu finden, die offene Fragen sind (keine Ja-oder-Nein-Fragen) und die Regeln des MI zu befolgen.

 

Tag 4

Der Workshop begann mit einer kurzen Aufwärmrunde, um die Teilnehmer auf den Tag einzustimmen. Anschließend beschäftigten wir uns intensiv mit den unterschiedlichen Ausprägungen der "Classification of Character Strengths and Virtues" und analysierten unsere eigenen Stärken und Herausforderungen anhand einer fiktiven Person aus einem Buch oder Film. Diese Übung half uns, unsere eigenen Charaktereigenschaften besser zu verstehen und zu reflektieren. Im Anschluss daran wurden unsere Selbsteinschätzungen niedergeschrieben. Diese persönlichen Einschätzungen dienten als Grundlage für die nächste Übung, bei der wir eine persönliche Herausforderung identifizierten und deren Lösung erarbeiteten. Diese Übung war besonders hilfreich, um individuelle Hindernisse zu überwinden und neue Perspektiven zu entwickeln. 

Eine herzliche und persönliche Übung, die den Zusammenhalt in der Gruppe stärkte, war die "Gratitude exercise". Jeder Teilnehmer schrieb einen Dankesbrief an eine zufällig ausgewählte Person in der Gruppe. Diese Briefe wurden verlesen, und die Gruppe versuchte herauszufinden, an wen die Briefe gerichtet waren. Diese Übung schuf eine emotionale Verbindung zwischen den Teilnehmern, die sich auch in der zielsicheren Zuordnung der Adressaten zeigte. 

Nach dieser einfühlsamen Einstimmung schlossen wir das "Motivational interviewing" des Vortages ab, indem wir uns in einer Gruppenübung mit Robertas Situation auseinandersetzten. Offene Fragen halfen dabei, neue Perspektiven zu entdecken und eventuelle Lösungen zu finden. 

Zur Vorbereitung auf die abschließende große Team-Building-Übung sahen wir eine Dokumentation über die Dreharbeiten der Stunts in "Mission Impossible". Anschließend teilten wir uns in zwei Gruppen auf und erarbeiteten Konzepte zur Verbesserung unserer Teamstruktur. Die österreichische Delegation verblieb für diese Übung bewusst zusammen, um Ideen für die Situation an der heimischen Schule zu entwickeln. Wir präsentierten unsere Ergebnisse der anderen Arbeitsgruppe, und es entstand eine Liste möglicher Aktivitäten zur geplanten Umsetzung. 

Am Nachmittag hatten einige Teilnehmer Zeit, den Dom, den Campanile und das Dommuseum in Florenz zu besuchen, und so die kulturellen Schätze der Stadt zu erkunden. 

 

Tag 5

Der zweite Tag des Workshops begann mit einer Aufwärmübung zum Thema "Aufmerksamkeit". In gegenüberstehenden Reihen wurden kleine Veränderungen an unseren Mitteilnehmern vorgenommen, die wir erkennen mussten. Diese Übung verdeutlichte die Bedeutung von Aufmerksamkeit und den breit gefassten Begriff von Kommunikation in einer Gruppe. 

Zur Wiederholung wesentlicher Begriffe des Workshops führten wir ein „zeichnerisches Activity“ in den Teams des Vortages durch. Die sehr abstrakten Begriffe konnten teils nur durch gemeinsame Erfahrungen der vergangenen Tage und Kreativität zeichnerisch verdeutlich werden. Doch trotz der Schwierigkeiten hat das österreichische Team den kleinen Wettbewerb gewonnen. 

Anschließend gaben wir der jeweils anderen Gruppe Feedback zu den ausgearbeiteten Konzepten des Vortages. Die Kursleiterin ergänzte wertvolle Aspekte zu den Ausarbeitungen und rundete den Workshop mit einem sehr persönlichen Feedback für jede einzelne Teilnehmer*in ab. 

In einem kleinen Festakt erhielt jede Teilnehmer*in ihr Teilnahmezertifikat, und nach einem Gruppenfoto überreichten wir der Kursleiterin ein Gedicht, das im Laufe der Woche entstanden war. Die Workshop-Gruppe verabschiedete sich mit einem sehr positiven Blick auf die vergangene gemeinsame Woche, voller neuer Erkenntnisse und gestärktem Teambuilding. 

 

Abreise

Am letzten Tag nahmen wir noch an einem, von der Europass-school organisierten Ausflug in die Weinberge teil, und konnten somit die Heimat des Chianti etwas näher kennen lernen. Wir bekamen dort einige Kostproben von regionalen Produkten wie Salami, Trüffelöl etc. und auch Kostproben der dort angebauten Weine. Diese Tour war ein schöner Abschluss dieser tollen Woche. 

Am Nachmittag spazierten wir nochmal durch die Stadt Florenz um noch ein paar Eindrücke zu sammeln. Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen begaben wir uns dann zum Bahnhof uns traten unsere Rückreise nach Judenburg an.  
Im Namen der gesamten Gruppe sagen wir ein großes Dankeschön für die Ermöglichung dieser Reise und Fortbildung. Es war für uns alle eine unglaubliche Erfahrung. Grazie mille 😉 

 

 

 



 











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